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Miss Mona

Frankreich 1986, 98 Minuten (OmU)
Regie und Buch: Mehdi Charef
Darsteller: Jean Carmet, Albert Delpy

'Miss Mona' zeigt einfühlsam einen alten Transvestiten (Jean Carmet) und einen jungen Araber (Ben Smail), der aus Not zum Stricher wird. 'Miss Mona' ist Geschlechterkampf - ohne Frauen. 'Miss Mona' ist Paris. 'Miss Mona' ist eine rauhe, aber nicht unsympathische Betrachtung der Schattenseiten des Lebens.
Miss Mona und Samir sind Intriganten, die offensichtlich die Talente des anderen nutzen, um selbst voran zu kommen, aber trotzdem sprudelt ihre ausgefallene Freundschaft über vor Zuneigung. Regisseur Mehdi Charef: 'Die Figuren sind Symbole für den Zustand, sich in seiner Haut nicht wohl zu fühlen, aus ihr heraus zu wollen. Symbole für die Situation der Ausländer in Frankreich, die sich prostituieren, indem sie ihre Arbeitskraft, indem sie ihre Lebenskraft verkaufen.'

Wer Mehdi Charef’s ersten Film 'Tee im Harem des Archimedes' gesehen hat, weiß, daß er dabei knallhart an der Realität bleibt. Er läßt die Brutalität der Urmutter aller Großstädte sprechen, um die Scheinheiligkeit des scheinbar Humanen mit der versteckten Menschlichkeit des Assozialen zu konfrontieren.

Früher wäre 'Miss Mona' ein Clown gewesen, alternd, bemitleidenswert und zu Marlene Dietrichs verrauchter Plattenspielerstimme von Liebe träumend. Früher - in der Zeit vor Paris. Miss Mona lebt in einem Wohnwagen am Stadtrand von Paris. 'Sie' nimmt den arbeitslosen, illegal eingewanderten Samir auf. Mehdi Charef: 'Es ist Nacht, weil nachts die Menschen träumen. Aber es sind andere Träume. Miss Mona und ihr Freund sind zwei Wesen, die von der Welt ausgeschlossen sind, weil sie nicht so denken wie wir, weil sie der Welt nichts nützen.'

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1.12.99 © VIVA TS Selbsthilfe
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