
Epilationsmethoden
bearbeitet von Stefani
Epilation ist die dauerhafte Entfernung von unerwünschten
Haaren. Die meisten Methoden zur Haarentfernung sind nicht dauerhaft,
auch wenn die Werbung und dies suggerieren will (Epilady, silk épil,
Wachs, Cremes usw.). Zur Zeit konkurrieren in Deutschland fünf
verschiedene Epilationsmethoden.
NADELEPILATION
Die Nadel-Elektroepilation war lange Zeit die einzige Methode, um Haare
dauerhaft zu entfernen. Bei dieser Methode wird in jeden zu behandelnden
Haarfollikel eine nadelförmige Sonde eingebracht, und bis zur Wurzel
vorgeschoben. Das Follikel wird dann mit einem Stromimpuls zerstört,
welcher die Haarwurzel verätzt (Elektrolyse) bzw. verbrennt (Thermolyse).
Anschließend werden die Haare mit einer Pinzette entfernt.
Bei der Nadelepilation wird Haar für Haar einzeln behandelt.
Dies ist zum einem sehr mühsam, zum anderen auch schmerzhaft. Viele
Patienten versuchen daher, die betroffenen Stellen vorher mit schmerzlindernden
Salben zu betäuben.
Diese Methode der Haarentfernung belastet die Haut sehr, da dem Unterhautgewebe
viele kleine Wunden und Verbrennungen zugefügt werden. Es dauert
ein Jahr oder länger, bis sich die Haut regeneriert hat. Manche
Ärzte sind der Meinung, dass es unter Umständen zu Schädigungen
der Lymphgefäße und Nervenzellen in der Gesichtshaut kommen
kann.
Da über 300 Behandlungsstunden bei einer durchschnittlichen Gesichtsbehaarung
nichts Ungewöhnliches sind, kann es Jahre der Behandlung benötigen,
um ein befriedigendes Ergebnis zu erhalten. Die Preise für die
Nadelepilation betragen zwischen 50 und 150 Mark pro Stunde.
RUBINLASER
Ursprünglich wurde der Rubin-Laser zur Entfernung von Pigmentstörungen,
Tatoos oder Permanent-Make-up eingesetzt, wo er auch zu guten Behandlungsergebnissen
führt. Durch die Lasereinwirkung löst sich das Haar sofort
auf und ist damit oberflächlich nicht mehr sichtbar. Da die zu
zerstörenden Follikel sehr tief im Unterhautgewebe sitzen, scheint
eine direkte Schädigung der Follikel unwahrscheinlich.
Für die Behandlung des Gesichts werden pro Sitzung 600 Mark und
mehr verlangt.
PHOTODERM
Das PhotoDerm-Gerät wurde ursprünglich für die Behandlung
von kleinen dunklen Adergeflechten, sogenannten Besenreißern entwickelt.
Das Gerät entsendet einen starken Lichtblitz, welcher weitgehend
wirkungslos die Haut durchdringt, aber von den Haarfollikeln absorbiert
wird. Durch die gezielte Absorption des Laserlichts werden die Blutgefäße
die das Follikel versorgen verödet. Das Follikel wird geschädigt,
und verliert die Fähigkeit Haare zu produzieren. Das umgebende
Gewebe bleibt geschont. PhotoDerm wirkt bei dunklem Haar und heller
Haut am besten. Dauerhafte Irritationen der Haut sollten nicht auftreten.
Die Behandlung besteht aus einer Reihe von Impulsen, welche in den
ersten Sitzungen als sehr schmerzhaft empfunden werden. Die Mehrzahl
der Patienten toleriert diese Behandlung jedoch angeblich ohne Schmerzmittel.
Im Anschluss an die Behandlung kann sich eine leichte Rötung einstellen,
die wie ein Sonnenbrand empfunden wird, und nach einigen Tagen abklingt.
Vielfach wird daher nach der Behandlung ein kühlendes Gel aufgetragen,
das die Nebenwirkungen lindert.
Die vom Hersteller angegebenen 10 bis 15 erforderlichen Behandlungen,
um eine dauerhafte Entfernung der Haare zu erreichen, konnten bisher
nicht bestätigt werden, da noch kein hundertprozentiger Behandlungserfolg
bekannt wurde. Da dieses Verfahren - wie auch alle anderen Licht-Epilationsmethoden
- noch sehr neu ist, sind eventuelle Spätfolgen nicht auszuschließen.
Die Kosten für eine einmalige Behandlung des kompletten Gesichtes
belaufen sich auf bis zu 1000 Mark.
EPILIGHT
Das EpiLight-Gerät ist ein weiterentwickeltes PhotoDerm, welches
speziell für die Haarentfernung optimiert wurde. Das Spektrum des
ausgesandten Lichtes ist besser auf die Entfernung von Haaren abgestimmt.
Außerdem ist das Prisma, welches auf der Haut anfliegt, etwas
größer, wodurch die Behandlung schneller vonstatten geht.
Die Kosten für eine Behandlung sind vergleichbar mit PhotoDerm.
LPIR
Der Photogenica LPIR Laser (Long Pulse Infra Red Laser) oder Alexandritlaser
ist ein Gerät der neuesten Generation. Es ist erst seit September
1997 auf dem Markt, wurde aber zuvor schon einige Zeit in Kliniken erprobt.
Das Wirkungsprinzip basiert auf der sogenannten thermokinetischen
Selektivität :
Die Wellenlänge des Laserlicht ist speziell auf das Melanin des
Haarschaftes abgestimmt, wodurch ein dunkles Haar die Laserenergie besser
absorbiert als die umgebende Haut. Da das Haar die größte
Struktur in der Haut ist, kann es, aufgrund des ungünstigen Verhältnisses
von Volumen zu Oberfläche, die aufgenommene Energie nicht so schnell
wieder abgeben wie entsprechend kleinere Strukturen mit der gleichen
Farbe. Idealerweise kommt es bei entsprechender Pulslänge durch
die Energieaufnahme und die gleichzeitige Aufheizung nur zu einer Zerstörung
der Strukturen des Haarschaftes.
Die Behandlung besteht wie bei den anderen Lichtverfahren aus einer
Reihe von ähnlich schmerzhaften Impulsen. Auch hier treten nach
der Behandlung die bekannten Rötungen auf. Der Hersteller des Gerätes
wirbt mit zwei bis vier Behandlungen für eine dauerhafte Haarentfernung.
Die Kosten betragen derzeit für eine komplette Gesichtsbehandlung
pro Sitzung etwa 600 Mark.
ANDERE METHODEN
Die Ultraschallmethode versetzt das Haar in Schwingungen. Es
fällt dann durch die mechanische Belastung aus. Da die Haare normalerweise
nur abbrechen, bleibt das Restfollikel im Haarkanal und wächst
normal weiter.
Hormoncremes hemmen die Rezeptoren für Testosteron an
den Haarwurzeln, das Haar wächst langsamer, aber fällt nicht
aus. Wenn diese Cremes einen Erfolg haben sollen, müssen sie über
viele Jahre angewendet werden, und das bei Preisen von über 150
Mark pro Tiegel.
ZUSAMMENFASSUNG
Ob durch die Behandlung mit dem Rubinlaser, PhotoDerm, Epilight und
LPIR wirklich eine permanente Wirkung erziehlt werden kann, müssen
noch ausstehende klinische Studien, bzw. ausreichend lange Nachbeobachtungsphasen
erst noch klären. Daher sollte ein sich einstellender Soforteffekt
nicht die Sicht auf die Langzeitwirkungen verstellen. Wenn, wie z.B.
bei PhotoDerm, nach drei Monaten wieder eine 80prozentige Behaarung
vorhanden ist, kann man wohl kaum von einer permanenten Epilation sprechen.
Wenn die Haare wieder nachwachsen, die Therapie sich also als unwirksam
herausstellt, wird der Follikel von Behandlern oft als "doppelt
besetzt" bezeichnet, und einem zu einer weiteren Behandlung geraten.
Das ist keine wissenschaftliche Erklärung, sondern einfach nur
Blödsinn.
Prinzipiell können bei allen genannten Epilationsmethoden nur
die Haarfollikel zerstört werden, die sich im Zustand der Haarproduktion
befinden. Daher bedarf es weiterer Behandlungen, um die dann produktiven
Haarfollikel gleichfalls zerstören zu können.
Bei allen Epilationsmethoden können bei einer falscher Handhabung
dauerhafte Schädigungen der Haut auftreten. Deshalb sollte man
von Zeit zu Zeit als vorbeugende Maßnahme einen Hautarzt aufsuchen.
Die Krankenkassen tun sich mit der Anerkennung von RubiLaser, PhotoDerrn,
EpiLight und LPIR noch schwer, da der genaue Wirkungsmechanismus und
die Erfolgsaussichten noch unklar sind.
Die einzige Methode mit hohen Erfolgsaussicht ist derzeit immer noch
die Nadelepilation, da nur hier entsprechende Langzeiterfahrungen vorhanden
sind.
Stefani
23.09.1999 © VIVA TS Selbsthilfe